Minimalinvasive Chirurgie für Leitungen

Die grabenlose Rohrsanierung anstelle des herkömmlichen Verfahrens durch Aufreißen, Trennen und Auswechseln ist ideal, um Rohrnetze in Großstädten zu reparieren. So werden nicht nur Zeit und Geld eingespart, sondern auch störende Baustellen und Umweltverschmutzung.

Der Asien-Pazifik-Raum ist der weltweit größte und vielfältigste Markt für Wasserinfrastruktur. Die gesamte Region ist von einer alternden Infrastruktur geprägt, die jedoch immer häufiger undichte Bestandteile aufweist. So erreicht ein Großteil der Infrastruktur Australiens und Neuseelands bald das Ende der auf 50 Jahre ausgelegten Lebensdauer. Das Bevölkerungswachstum und der Klimawandel erschweren die Instandshaltungsbemühen zusätzlich. 

 

Jedes Jahr verliert Sydney, die größte Stadt Australiens, rund 47 Milliarden Liter Trinkwasser durch Leckagen. Das sind täglich etwa 52 Olympia-Schwimmbecken. Die Zahl der Lecks, die mit höchster Priorität instandgehalten werden müssen, schnellt in die Höhe. Zusätzlich werden die Dürreperioden immer länger, was die öffentliche Wasserversorgung unter erheblichen Druck setzt und den Bedarf an nachhaltigen Wasserkreisläufen erhöht. 

 

In Neuseeland zum Beispiel muss etwa die Hälfte der Rohrleitungen in der Hauptstadt Wellington erneuert werden. Das wird in den kommenden zehn Jahren Kosten von rund 400 Millionen USD verursachen. 

 

In Asien wiederum verlieren viele Großstädte mehr als 40 Prozent ihres Trinkwassers durch Lecks. In Europa und den USA liegt dieser Anteil bei nur 20 Prozent. Die Gründe für diesen Wasserverlust sind vielfältig und nicht zuletzt der Komplexität und Qualität der Wasserinstallationen geschuldet. Das Problem wird jedoch für die zuständigen Wasserwerke und die Netzbetreiber immer drängender und kostspieliger.

 

Leckt eine Trinkwasserleitung, versickert das austretende Wasser eist im Untergrund. Dieser Vorgang wird auch als Exfiltration bezeichnet. Jedoch geht durch undichte Stellen nicht nur wertvolles Trinkwasser verloren, sondern es können aus dem Boden auch Verunreinigungen eindringen. Diese stammen zum Beispiel aus der Überdüngung oder aus defekten oder falsch verlegten Abwasserrohren. 

 

Defekte Rohre sind anfällig für Wurzeleinwuchs, Auffüllungen und sogar Brüche. Beständig austretendes Wasser wäscht den umliegenden Boden aus, was schließlich zum Ausfall des Abflussrohres führen kann. Dies wiederum lässt Straßen einstürzen oder löst Überschwemmungenaus. 

 

In den städtischen Ballungsräumen jedoch sind die bisher üblichen Reparaturarbeiten im offenen Graben immer weniger geeignet, da die Infrastruktur im Untergrund zunehmend komplexer wird. „Unter einer typischen Straße liegen Wasser- und Gasleitungen, Elektrizitätskabel, Abwasserkanäle und höchstwahrscheinlich auch sich kreuzende Glasfaserkabel“, erklärt William Wong, Business Development Manager bei Trelleborg für Leitungsdichtungen im Asien-Pazifik-Raum. „Je stärker die Stadt bevölkert ist, desto mehr unterirdische Infrastruktur ist erforderlich. Ganz zu schweigen davon, was es auf der Oberfläche gibt. In den meisten Städten gibt es einfach gar keinen Platz dafür, neue Leitungen in einem Graben zu verlegen.“

 

Eine Rolle spielen auch die unter Umständen mehrmonatigen Sperrungen von Straßen, nur um dort eine Wasserleitung aufzugraben —eine kaum zumutbare Beeinträchtigung von Anwohnern und Gewerbetreibenden.  

 

Doch für alle diese Fragen gibt es eine Lösung: „Wenn Sie die herkömmliche Grabentechnik durch eine grabenlose Leitungsreparatur ersetzen, können Sie die Arbeit in einer Nacht ausführen“, erklärt Wong, der sich seit mehr als 20 Jahren mit Rohrsanierung beschäftigt. „Das bringt gewaltige finanzielle und ökologische Vorteile. Die grabenlose Reparatur ist wie eine minimalinvasive Operation.“  

 

Dennoch hängt die Rohrsanierung von zwei Faktoren ab. Zum einen muss die Sanierung zeit- und kosteneffizienter sein und zu weniger Störungen nd Verschmutzungen führen als das Verfahren im Graben. Zum anderen müssen die Reparaturen haltbar sein, denn wenn eine Sanierung häufige Reparaturen nach sich zieht, war in der Regel die Berechnung fehlerhaft. 

 

Die grabenlose Rohrsanierungstechnologie wird Cured-in-Place-Pipe (CIPP) genannt. Das Verfahren ist im Übrigen auch geräuscharmer als das traditionelle Austauschen in Verbindung mit Grabungsarbeiten. Dabei wird durch eine spezielle Technik ein neues Rohr innerhalb des alten Rohres installiert. Auf diese Weise werden sämtlicheBeschädigungen repariert und die Leitung nachhaltig abgedichtet. Obwohl sich der Rohrquerschnitt etwas verkleinert, wird der Durchfluss dadurch nicht beeinträchtigt, weil das Material wesentlich glatter als der vorherige Werkstoff ist. 

 

Die Technologie ist für große Städte bestens geeignet und wird dort inzwischen sehr häufig eingesetzt. „Hongkong ließ kürzlich in einem Großprojekt die Hauptwasserleitungen durch das Stadtzentrum erneuern und in Singapur wurde das Netz größtenteils mit dem Ziel einer höheren Nachhaltigkeit saniert“, sagt Wong. „Und soweit ich es feststellen konnte, begannen bereits mehrere chinesische Städte mit Sanierungsprogrammen für Leitungen oder stehen kurz davor.“ 

 

Trelleborg bietet sowohl das Know-how als auch ein großes Produktsortiment für solche Leitungssanierungen. Wong strebt an, das Unternehmen in der Region zum Partner vieler anstehender Projekte zu machen. So kann der Spezialist einen Anteil dazu beizutragen, dass den asiatischen Großstädten eine nachhaltige und wasserdichte Zukunft bevorsteht. 

 

Maßgeschneiderte Lösungen

Trelleborg bietet maßgeschneiderte Lösungen für mehr oder weniger jede Aufgabe, die bei Rohrverlegungen und -sanierungen auftreten kann. „Wir bieten die Werkstoffe, die Ausrüstung und das Zubehör, mit dem sich Leitungen isolieren lassen“, erklärt William Wong. „Für die Sanierung von Abwassersielen sind unsere flexiblen Leitungseinsätze in Kombination mit unserem Polymerharzsystem eine passende Lösung. Unsere Fugenbänder und Durchflussstopfen eignen sich bestens für die kurzfristige Absperrung und Umleitung während Tests und Reparaturen. Bei kleineren und vom Umfang her begrenzten Lecks lässt sich als schnelle Abhilfe unsere harzimprägnierte Glasfasermatte einsetzen.“

 


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