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Thames-Water Projekt, Lambourn

Duisburg, 23. September 2004
ARTIKELVERFASSER: BRYAN LORD, FA. ONSITE, ENGLAND
 

Seitdem Abwassertechniker und Kanalsanierer die Kamerainspektion als
reguläres Hilfsmittel zur Kontrolle von Rohrleitungen einsetzen, hat sich häufig
gezeigt, dass sich bei vielen Abwasserkanälen, die an oder jenseits ihrer
Leistungsgrenze arbeiten, die Infiltration von Grundwasser und die gestiegene
Abwassermenge als Ursache die Waage halten.

Durch die Einführung verschiedener Sanierungs- und Auskleidungstechnologien
wurde dieses Problem ansatzweise beseitigt, indem die Infiltration in Sammlern
und  Hauptleitungen gestoppt wurde, was allerdings in vielen Fällen das
Infiltrationsproblem nicht vollständig lösen konnte.
 
Mit der Entwicklung von Kamerasystemen für die Untersuchung der
Hausanschlussleitungen wurde immer wieder festgestellt, dass ein erheblicher,
wenn nicht gar der größte Anteil der Infiltrationen direkt bzw. nahe am
eigentlichen Einlaufstutzen erfolgt.
 
Als Hauptursache wurde das Versagen der dem Einlauf nächstgelegenen
Rohrmuffe und/oder die unsachgerechte Einbindung des Anschlussrohres
in die Hauptleitung festgestellt, insbesondere bei älteren Abwasserleitungen,
bei denen die Öffnung zur Einbindung der Anschlussleitung einfach durch
Aufschneiden bzw. Zerschlagen mit einem Hammer hergestellt wurde.

Im nächsten Schritt wurde das Anschlussrohr mit nur notdürftiger Abdichtung,
sofern überhaupt abgedichtet wurde, einfach in die Öffnung gelegt, dazu oft
noch versetzt, so dass die erste Rohrmuffe um so mehr beansprucht wurde
und bereits bei  Fertigstellung der „neuen" Installation der Boden für die
Infiltration von Grundwasser bereitet war. Das Infiltrationsproblem wird an
Standorten mit natürlich hohem Grundwasser-stand noch verschärft.

Für den Einsatz in solchen Fällen wurde zur besseren und nachhaltigen
Abdichtung auf dem europäischen Kontinent ein Stutzensanierungssystem mit
Hutprofilen entwickelt. In Großbritannien wurde dieses System jedoch noch
nicht großflächig eingesetzt und bislang lediglich bei zwei, drei Einzelprojek ten
eingebaut.

EASTBURY/EAST GARSTON
Ein typisches Beispiel für den genannten Zustand lässt sich in Großbritannien
in West Berkshire im Bereich des Lambourn-Tals finden. Geologisch handelt es
sich hier um eine großflächige, kreidige Niederung mit runden Hügeln und Tälern.
In Regenzeiten kommt es hier zu sehr hohen Abfluss- und Grundwasserpegeln,
insbesondere im Raum der Talsohle, wo die Dörfer angesiedelt sind. In den
1930er Jahren, in denen vermutlich das Hauptkanalsystem für die Dörfer
installiert wurde, wurden allem Anschein nach die beschriebenen „weniger
genauen" Installationstechniken verwendet, die mit der Zeit zu erheblichen
Wassereinfallmengen im Abwassersystem geführt haben. In beiden Dörfern
führen Freispiegelleitungen zu Pumpstationen, die das anfallende Abwasser
in örtliche Behandlungsanlagen pumpen. Die einfallenden Infiltrationsmengen
haben dazu geführt, dass die Pumpstationen letztlich fast rund um die Uhr in
Betrieb waren.

Diese Abwassersysteme waren ursprünglich nicht für einen solchen
Schwerlastbetrieb ausgelegt und deshalb treten heute regelmäßig
Betriebsausfälle und Motorüberlastungen auf, was die Wartung und
Instandhaltung für den örtlichen Abwassernetzbetreiber, Thames Water Utilities
Ltd, zu einer schwierigen und sehr kostspieligen Angelegenheit gemacht hat.

Vor einigen Jahren hatte Thames Water einen Anlauf zur Beseitigung des
Problems unternommen und das Abwassernetz durch Flutung mit einer
Dichtflüssigkeit saniert, was anfangs gut zu funktionieren schien. Mit der Zeit
konnte das System jedoch dem anstehenden Grundwasser nicht standhalten
und die Infiltrationsmengen im Kanal sind wieder gestiegen. Die Ursache dafür
konnte bisher nicht geklärt werden. In einem weiteren Versuch zur Beseitigung
des Problems hat Thames Water Utilities die Fa.
OnSite mit der Inliner-Sanierung der Hauptleitungen über eine Gesamtlänge
von 3,5 km Rohrleitung mit DN 150, DN 225 und DN 300 unterhalb von Eastbury
und East Garston beauftragt. Es handelt sich hier um ein Sanierungsprojekt in
einer Größenordnung von 400.000 E, bei dem in einem zweiten Schritt zur
Abdichtung der Zulauf-stutzen ca. 118 Hutmanschetten einzubauen waren,
die etwa 300 mm in das Neben-anschlussrohr hineinragen und auch die erste
Rohrmuffe mit abdecken. Eine Stutzen-sanierung mittels Hutmanschetten in so
einer Größenordnung hat es in Großbritannien bislang wohl im Rahmen eines
Einzelvorhabens noch nicht gegeben.

HUTMANSCHETTEN
Die zu sanierenden Anschlussrohre hatten Standarddurchmesser DN 100 und
DN 150. Die Hutmanschetten für die Arbeiten in Eastbury / East Garston waren
eine Entwicklung von epros GmbH. Die zur Sanierung eingesetzten
Polyesterfilze wurden entsprechend den jeweiligen Einbauanforderungen
hergestellt für Stutzenwinkel von 90° oder 45°.
 
Auch das Einbausystem ist ein Konzept von epros. Für den Einbau wird ein
Packer am Einlaufstutzen positioniert und so aufgeblasen, dass er als Plattform
für die Stutzensanierung fungiert. Innerhalb dieser Hauptblase befindet sich ein
Hebekorb („Pathfinder"), welcher für die Positionierung und für den Einbau der
eigentlichen Hutmanschette verantwortlich ist. Das von epros anfangs
angebotene System war nicht ideal geeignet für die britischen Bedingungen,
aber über Gespräche zwischen epros und OnSite wurden schnell die
Systemanforderungen und erforderlichen Änderungen festgestellt. Das neue
System wurde daraufhin von epros in Duisburg hergestellt und war binnen
sehr kurzer Zeit einsatzbereit.
 
Nach erfolgter Vorbereitung wird die Hauptblase aufgeblasen, wodurch
Seitenblase und Hebekorb ausgefahren werden. Die imprägnierte
Hutmanschette wird über diese kleinere Blase gestülpt. Zum leichteren Einbau
werden daraufhin Seitenblase / Hebekorb und Hutmanschette in den Körper
der Hauptblase eingefahren. Die Einheit wird mit ihren Steuerschläuchen und
Druckluftleitungen verbunden und in den zur Sanierungsstelle nächstgelegenen
Schacht hinabgelassen.
 
Blase und Hebekorb werden über TV-Kameras an Ort und Stelle direkt unter
die Sanierungsstelle geführt. Nach Positionierung wird die Hauptblase
aufgeblasen, die Lage des Einlaufstutzens überprüft und die Seitenblase
aufgeblasen, wonach derHebekorb ausgefahren wird, um die Hutmanschette
in den Einlaufstutzen zu positionieren. Nach Einführung in den Einlauf wird
der Druck auf die Hutmanschette ca. 1-1/4 Stunden bis zur Aushärtung des
Harzes aufrechterhalten. Daraufhin werden Seitenblase/Hebekorb wieder in
den Hauptkörper eingefahren. Von diesem wird die Luft abgelassen, damit
die Blase dem Kanal entnommen und später wiederverwendet werden kann.
Bereits im Anfangsstadium des Sanierungsprojektes erkannten die Ingenieure
von OnSite, dass die unterschiedlichen Anstandswinkel der Zulaufstutzen
mit 90°- und 45°- Hutmanschetten bearbeitet werden konnten und keine
Zwischenmaße anzufertigen waren. In Einzelfällen kam es durch die
unterschiedlichen Stutzenwinkel zu leichten Faltenbildungen in den Linern, aber
diese waren, am Einsatzzweck gemessen, unerheblich und ohne Probleme
für die Endnutzung.
 
Eine weitere Änderung an der Ausrüstung wurde erforderlich, als im
Anfangsstadium des Projektes festgestellt wurde, dass der Packer nur in einer
Richtung einsetzbar war. Das bedeutete, dass ein winklig anliegender Stutzen
innerhalb einer Haltung nur aus einer Richtung angefahren werden konnte, was
für den Hut-Liner lange Wege von bis zu 90 m hätte bedeuten können, wenn der
zu sanierende Zulaufstutzen nur ein paar Meter vom nächsten Schacht entfernt
gewesen wäre. Nach Gesprächen mit epros war bald eine zweite Einbaueinheit
vor Ort, so dass jederzeit der nächstgelegene Schacht benutzt werden konnte.

Im Zuge der Arbeiten wurden ausgewählte Stutzen der Hauptleitung DN 225
einer Druckprüfung zum Nachweis der eingesetzten Inliner-Sanierungstechnik
unterzogen.

Von den neun geprüften Stellen hielten alle dem Drucktest stand, bei dem
15 min lang ein Druck von 0,35 bar angelegt wurde.
 
Die Fa. epros GmbH stellt gegenwärtig auch eine Prüfvorrichtung zur
Verwendung in einem Hauptrohr DN 300 her.

ERGEBNISSE
Der Projekt-Manager des Betreibers Thames Water Utilities, Steve Arthur,
erklärte bezüglich des Sanierungsvorhabens: „Wir sind mit der Arbeit von OnSite
an diesem anspruchsvollen Projekt zufrieden, insbesondere, da wir für das
Problem undichter Hausanschlüsse die neue Hutmanschettentechnologie
eingesetzt haben. Unseres Wissens wurde im Bereich von Thames Water,
ja in diesem Umfang in ganz Großbritannien, diese Art der Sanierung nie zuvor
angewendet.
 
Nach üblicher Verfahrensweise hätten wir uns zu jedem undichten Anschluss
hinuntergraben müssen, was längere Betriebsunterbrechungen und eine
größere Beeinträchtigung der Allgemeinheit mit sich gebracht hätte. Jetzt
verfügen wir über eine für uns bislang nicht existierende Alternative zur
Sanierung von Nebenanschlüssen."

OnSite hatte epros einen engen Zeitrahmen zur Erbringung der
Entwicklungsleistung für das packergestützte Stutzensanierungssystem
gesetzt.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen epros und OnSite sowie die
Rückkopplung zur Baustelle wurde das Projekt ein großer Erfolg. Das Personal
von OnSite war sehr professionell und eine große Hilfe und am Ende profitierten
beide Seiten vom Vorliegen eines effektiven Sanierungssystems.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.epros.de oder verkauf@epros.de.

Letzte Aktualisierung 2009-10-09 |  Drucken Sie diese Seite Drucken Sie diese Seite |  Diese Seite per E-Mail versenden Diese Seite per E-Mail versenden   Facebook   Twitter
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